Kunst im Foyer

Abi Shek: Im Zeichen der Rinder, Vögel und Katzen

Abi Sheks Holzschnitte setzen schwarze Tiersilhouetten auf große, weiße Leinwände in zum Teil monumentalen Formaten an die Wände des Raums und erfüllen ihn rundum mit geheimnisvollem Leben: Vögel, Katzen und immer wieder Rinder. Diese Tiere sind - so paradox es scheint - gerade durch die Reduktion auf ihre Schattenbilder in besonderer Weise präsent. Nicht die äußere Erscheinung, die uns allen vertraut ist, wird hier wachgerufen, sondern ein Augenblick intensiver Anwesenheit im Raum.

In Rehovot in Israel geboren, wuchs Abi Shek im Kibbuz Beit Nir in einer ländlichen und zugleich künstlerischen Umgebung auf. Den Entschluss Kunst zu studieren fasste er bereits in Israel. Dabei hatte es ihm der Holzschnitt besonders angetan. Im Werk des 1933 aus Deutschland nach Israel immigrierten Künstlers Rudi Lehmann, dem Lehrer seines Vaters Moshe Shek, war Abi Shek dem ursprünglichen Reiz dieser Technik begegnet. Wohin sollte Abi Shek zum Studium gehen? Nach Japan mit seiner alten und bedeutenden Holzschnitt-Tradition? Oder nach Europa? Abi Shek zog es nach Deutschland, in jenes Land, in dem vor über 500 Jahren durch Meister wie Albrecht Dürer die bedeutendste Holzschnitt-Tradition Europas entand.

In seinen Bildern erzählt Abi Shek Geschichten, die genauso wenig wie die Fabeln des Aesop nur von der Welt der Tiere handeln. Seine Werke sind in ihrer zeichenhaften Verdichtung Ausdruck menschlichen Geistes - gerade durch die Reduktion auf das Schattenbild, die das Naturbild zum Zeichen macht.

Abi Shek lebt und arbeitet in Stuttgart.