Chaos auf Schloss Haversham

Komödie von Henry Lewis, Jonathan Sayer & Henry Shields

,Hals- und Beinbruch‘ ist für diese Theatergruppe noch das geringste Problem! Wenn nicht nur Requisiten, sondern auch Darsteller verschwinden und zu den unpassendsten Gelegenheiten wieder auftauchen, die Technik versagt und das Bühnenbild nach und nach in sich zusammenkracht, dann handelt es sich um einen Theaterabend der feinsten englischen Komödien-Art.

Einfach alles scheint sich gegen die Aufführung von „Mord auf Schloss Haversham“ verschworen zu haben. Und dabei hatte die studentische Theatergemeinschaft doch gerade noch angekündigt, erstmals ein Stück so aufführen zu können, »wie es sein soll«. Doch es soll eben nicht…

Der im Stück (eigentlich) erzählte Krimistoff um einen Mord auf dem Landsitz der herzoglichen Havershams bildet das Hintergrundszenario für ein immer dichter werdendes Geflecht aus Pannen, Verwirrung und verzweifelten Rettungsversuchen der Mitspieler, die sich trotz aller Widrigkeiten mit bewundernswertem Eifer nach dem ,The Show must go on‘-Prinzip durch ihre Premiere hangeln: Hauptsache, Haltung bewahren! Und dieser Eifer reißt mit: Wer fällt als Erster aus der Rolle? Wie ist dieser Fehler noch auszubügeln? Wer spricht hier eigentlich noch Text, und wer improvisiert gerade nach Leibeskräften? Das blanke Chaos zu beobachten, macht einfach Spaß und führt nicht nur Theaterkennern eindrucksvoll vor Augen, auf welch dünnem Eis ein Schauspieler stets wandelt.