Liebeslügen oder Treue ist auch keine Lösung

Komödie von Ildikó von Kürthy

Julia, Nathalie und Birgit treffen sich eines Abends in einer Szenebar, um über die vielen Schwierigkeiten des Da(men)seins samt Gewichtsproblemen, Prinzipien sowie all der unerfüllten Träume zu diskutieren. Jede der drei hat dabei ihre ganz eigenen Sorgen und Prioritäten: Die familienbegeisterte Julia ist eine radikale Verfechterin der Treue. Aus diesem Grund gerät sie auch ein ums andere Mal in heftige Diskussionen mit dem Vamp Nathalie, der gerade erst (wieder) einem verheirateten Mann den Kopf verdreht hat und behauptet, diesmal sei es ernst. Die dagegen zunächst eher bieder wirkende Birgit ist mit ihrem Mann Hanno eigentlich sehr glücklich, obwohl er sie einmal betrogen hat. Sie ist der Meinung, dass eine gute Ehe solche Krisen aushalten muss und erntet damit nicht gerade Beifall bei Julia, für die ein solches Vergehen einen glasklaren Trennungsgrund darstellt. So gestaltet sich der Abend als teilweise witziger, teilweise tragischer Einblick in das Innenleben dieser Frauen, die alles gleichzeitig wollen und dabei manchmal sogar über Leichen gehen. Denn trotz aller Freundschaft und großer Vertrautheit ist die Beziehung der drei Ladys nicht ganz frei von Geheimnissen und (Liebes-)Lügen...

„Sex and the City“ auf Deutsch – das scheint auf den ersten Blick die treffendste Beschreibung von Ildikó von Kürthys Theaterdebüt „Liebeslügen“ zu sein. Doch schon beim zweiten Hinsehen entpuppt sich der Text als durchaus ernstzunehmender, mitunter sehr kritischer und nicht zuletzt urkomischer Kommentar auf die Herausforderungen im modernen Beziehungsleben.

Jasmin Wagner gastierte zuletzt in der Spielzeit 2016/17 mit der Karaoke-Komödie „Tussipark“ im Stadttheater.