Aus dem Nichts

Politthriller nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin

Es ist eine Geschichte, die man nie erleben möchte, ein emotionales Drama über Verlust und Trauer. An einem Nachmittag bringt Katja ihren kleinen Sohn Rocco zu ihrem deutsch-kurdischen Ehemann Nuri Sekerci ins Büro. Als sie am Abend dorthin zurückkehrt, sind beide tot. Eine vor dem Steuerbüro deponierte Nagelbombe riss sie in den Tod. Katjas Welt hat sich aus dem Nichts heraus für immer verändert. Vor dem Anschlag hatte sie am Tatort eine junge Frau gesehen, die ihr mit einem schwarzen Behälter bepacktes Fahrrad an einer Laterne abstellte. Doch statt diese Spur zu verfolgen stürzt sich die Polizei lieber auf Nuri Sekercis kleinkriminelle Vergangenheit und ermittelt im Rotlichtmilieu. Nur durch Zufall gehen den Ermittlern die wirklichen Attentäter ins Netz: das Neonazipaar Möller. Der anschließende Prozess entwickelt sich anders als Katja erhofft. Obwohl ihr Anwalt Danilo von einer wasserdichten Beweislage ausgeht, gelingt es dem Verteidiger der Angeklagten durch eine perfide Verteidigungsstrategie, die eindeutigen Indizien in Frage zu stellen und den Prozess zu deren Gunsten zu entscheiden. Das Ehepaar Möller wird aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Gedemütigt und entsetzt beschließt Katja, das Gesetz selbst in die Hand nehmen.

Fatih Akins meisterhafter Rachethriller „Aus dem Nichts“ entstand vor dem Hintergrund der deutschen NSU-Morde. Parallelen zur Mordserie von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie zum anschließenden NSU-Prozess liegen auf der Hand. Die rechtsradikalen Terroristen ermordeten mutmaßlich zehn Menschen, verübten Raubüberfälle und drei Sprengstoffanschläge. Die Polizei tappte jahrelang im Dunkeln und suchte im Umkreis der sowieso schon traumatisierten Opfer nach den Tätern, oder – noch schlimmer – machte die Opfer zu Tätern.