Onkel Toms Hütte

Schauspiel mit Musik - nach einer Idee von Gerold Theobalt in einer Einrichtung von Frank Lenart

Tom Rutherford stammt aus der Southside von Chicago. Er war früher Straßengangmitglied, ist jetzt  Sozialpädagoge und betreibt im Gefängnis einer mittelamerikanischen Großstadt ein kleines Theater, in dem er schon seit mehr als einem Jahrzehnt – Jahr für Jahr – die gleiche Geschichte zur Aufführung bringt: Harriet Beecher Stowes „Onkel Toms Hütte“.

Vier junge inhaftierte Amerikaner unterschiedlicher Ursprungsnationalitäten führen das Stück unter der Leitung Rutherfords, der selbst den Onkel Tom spielt, mit einfachsten Mitteln und mit der musikalischen Begleitung des lebenslänglich verurteilten Musikers Barney auf. Sie schlüpfen in die Rollen der verschiedenen Roman-Charaktere, verkörpern aber nicht nur das Sklavenelend, das sich in den Südstaaten der USA bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unaufhörlich verbreitet hatte, sondern tragen auch ihre eigenen Geschichten und Songs vor.

„Onkel Toms Hütte“ behandelt die Themen Ausbeutung, Menschenwürde und Emanzipation in der Erzählweise des zeitgenössischen Theaters. Getreu der Maxime Bertolt Brechts – „Theater ist Aufklärung zum Zweck der  Unterhaltung!“ – werden Ausschnitte aus dem Roman mit Szenen der Gegenwart collagiert. Das musikalische Spektrum des Abends reicht von traditionellen Gospels und Spirituals über Lieder aus der Bürgerrechtsbewegung bis hin zu neuen Songs, die Ron Williams eigens für dieses Stück komponiert hat.