Heisenberg

Ein Stück in sechs Szenen von Simon Stephens

Dieses wunderbar melancholische, moderne Märchen nimmt an einem Londoner Bahnhof seinen Anfang, als ein Mann scheinbar zufällig auf den Nacken geküsst wird. Eine berührende Liebesgeschichte zweier grundverschiedener Menschen nimmt ihren Lauf.

Sie, Georgie (Anfang 40, quirlig, impulsiv, gesprächig, kontaktfreudig und trotzdem einsam) beginnt, das pedantisch geordnete Leben von ihm, Alex (Mitte 70, schüchtern, verschlossen und seit seiner einzigen großen Jugendliebe, die einen anderen heiratete, alleinlebend) durcheinander zu wirbeln. Während er mehr oder weniger befremdet und genervt auf die vielen Geschichten reagiert, die sie ungefragt über sich erzählt, ist er gleichzeitig gegen seinen Willen beunruhigt und fasziniert von der unbändigen Energie der charmanten Nervensäge. Dabei weiß er – ebenso wenig wie das Publikum –, welche der immer wieder anders erzählten Details aus ihrem Leben Realität sind, mit welchen sie ihn nur provozieren will und welche lediglich ihrer Phantasie entspringen.