Woyzeck

Dramenfragment von Georg Büchner

Georg Büchner (1813-1837) kämpft mit seinem auf wahren Begebenheiten basierenden Dramenfragment „Woyzeck“ für die Geknechteten, die Erniedrigten und aus der Gesellschaft Ausgestoßenen. Franz Woyzeck ist ein einfacher Soldat. Sein Hauptmann behandelt ihn ebenso von oben herab wie der eitle Tambourmajor. Als medizinisches Versuchsobjekt des sadistischen Doktors will er sich ein Nebeneinkommen verschaffen, um seine Geliebte Marie und ihr beider uneheliches Kind besser versorgen zu können. Doch Marie lässt sich auf ein Techtelmechtel mit dem Tambourmajor ein. Bei Woyzeck brennen die Sicherungen durch: nicht nur psychisch labil, sondern durch die Erbsendiät des Doktors auch physisch geschwächt, innere Stimmen hörend und von Visionen geplagt, fasst er den Plan, Marie zu töten.

„Woyzeck ist der Mensch, auf dem alle rumtrampeln. Dem Hauptmann dient er zur Hanselei. Dem Doktor dient er zum Kaninchen. Dem Tambourmajor dient er zum Puffefang. Seiner Marie dient er zur Wurz’n. [...] Woyzeck wehrt sich nicht. Und als er sich doch wehrt, einmal: da mordet er nicht den Tambourmajor: sondern die Geliebte.“ (Alfred Kerr)