Amberger Blut – das Machwerk 1934/53

Aller guten Dinge sind drei: Bereits im Mai 2020 bzw. 2021 war die Premiere von „Amberger Blut“ vorgesehen, die jedes Mal Corona bedingt verschoben werden musste – nun startet der Jugendclub+ einen dritten Versuch… Neueinsteiger sind ab Herbst 2021 dennoch herzlich willkommen! Auf der Suche nach einem Stoff für eine theatrale Eigenproduktion erinnerte sich Winfried Steinl daran, dass im Stadtarchiv ein Festspiel mit dem etwas reißerischen Titel „Amberger Blut“ eingelagert ist und zwar in zwei Fassungen: Einmal die Urfassung von 1934 im typischen NS-Helden- und Blut-und-Boden-Stil und zum anderen die Nachkriegsfassung von 1953, ganz moderat entnazifiziert – Beides unsägliche Machwerke. Die engagierte Unterstützung durch das Stadtarchiv brachte zusätzlich Material über den Initiator und Förderer dieses „Amberger Blut“, den NSDAP-Oberbürgermeister Filbig, der unvorstellbarer Weise 1952 von den Amberger Bürgern wieder zum Oberbürgermeister gewählt wurde und sofort die Wiederaufführung des Blut-und-Boden-Festspiels initiierte. Auf der Grundlage intensiver Recherchen erstellte die Theatergruppe ein dokumentarisches Stück, das Festspielszenen zitiert, ins Groteske steigert und zerlegt, Zeitzeugen handeln lässt und ihre Beweggründe auch mit ausgewähltem Film- und Bildmaterial dokumentiert.

Mit großem Engagement wird das AMsemble von Winfried Steinl geleitet, der auf langjährige und vielfältige Erfahrung im Schauspielbereich zurückblicken kann. Er versteht es trotz oder wegen des hohen Anspruchs, den er an sich und seine SchauspielerInnen stellt, immer wieder junge Menschen für das Phänomen Theater zu begeistern. Auch im Publikum ist diese Begeisterung jedes Mal spürbar, wie die bisherigen Inszenierungen zeigten.