Projekt Macbeth

“fair is foul & foul is fair” -

dieser Spruch der Hexen ist Grundprinzip für alle Personen, ihre Motivationen und ihr Handeln.

Wer nach oben strebt oder seine Macht- oder Prestige-Position verteidigt, handelt so. Auch die bei Shakespeare Guten – Duncan, Malcolm, Macduff, Banquo – sind höchst ambivalente Figuren; es ist gar nicht so sicher, wie es um ihre Moral bestellt ist.

Die beiden Hauptfiguren, Lady Macbeth und vor allem Macbeth, werden vervielfältigt. Das erschien uns notwendig, um der Differenziertheit und Monströsitat der beiden einigermaßen nahe kommen zu können.

Der Handlungsstrang wurde im Großen und Ganzen belassen (natürlich Text und Personen gestrichen).

Die Spielweise der Gruppe ist gekennzeichnet durch das Streben nach Bildern, eine starke Betonung des Körperlichen, Stilisierung und Reduktion und dem Spiel mit der Sprache.

Dazu kommen die Suche nach der Möglichkeit, Brüche einzubauen, so z.B. auch Komödiantisches in den Schreckensszenarien, sowie Live-Musik.

Fotos (c) digitalstandArt



Seit September 2012 besteht der Jugendclub des Stadttheaters Amberg und setzt seine Erfolgsgeschichte auch in der Spielzeit 2018/19 fort. 

Geprobt wird in einer ersten Phase ein Mal pro Woche, hier steht Grundlagenarbeit im Vordergrund. In der zweiten Phase rückt ein konkretes Projekt in den Mittelpunkt, dann fallen bis zur Premiere im Mai auch zusätzliche Proben an. 

Die bisherigen Inszenierungen des Jugendclubs sorgten nicht nur in Amberg bei Publikum und Presse für Begeisterung, sondern auch bei Festivals wie dem Treffen bayerischer Theaterjugendclubs. 2017 wurde dem Jugendclub des Stadttheaters der Kulturförderpreis der Stadt Amberg verliehen. 

Mit großem Engagement wird der Club von Winni Steinl geleitet, der auf langjährige und vielfältige Erfahrung im Schauspielbereich zurückblicken kann. Er versteht es trotz oder wegen des hohen Anspruchs, den er an sich und seine SchauspielerInnen stellt, immer wieder junge Menschen für das Phänomen Theater zu begeistern. Auch im Publikum ist diese Begeisterung spürbar, wie die bisherigen Inszenierungen zeigten. Man darf gespannt sein, was Steinl sich dieses Mal vornimmt. Fest steht jedenfalls schon: Egal, ob am Ende die freie Bearbeitung eines Klassikers steht, ein modernes Drama im Original oder eine Eigenproduktion – die jungen SpielerInnen werden stark gefragt sein, ihre eigenen Ideen einzubringen.