Eine Stunde Ruhe

Komödie von Florian Zeller

In dieser hinreißenden, durch geschliffene Pointen bestechenden Komödie hat der Jazz-Liebhaber Michel, der seit seiner Jugendzeit für das Album „Me, Myself And I“ seines Jazz-Idols Niel Youart schwärmt, diese LP nun nach Jahren vergeblichen Suchens zufällig auf einem Flohmarkt gefunden. Überglücklich eilt er nach Hause, um sie sofort zu hören. Er verlangt nicht viel: bloß „eine Stunde Ruhe“ – doch die ganze Welt scheint sich gegen ihn verschworen zu haben. Niemand gönnt ihm auch nur eine Minute: weder seine Frau, noch ihre beste Freundin (gleichzeitig seine Geliebte). Und auch sein Sohn, sein Nachbar und ein sich als Pole ausgebender portugiesischer Klempner hindern ihn am Hörgenuss.
Dann folgt natürlich Katastrophe auf Katastrophe – eine desaströser als die andere. Eheliche, uneheliche, freundschaftliche, väterliche und nachbarschaftliche Beziehungen gehen zu Bruch – und dank Klempnerpfuschs wird auch noch die Wohnung geflutet.
In diesem spritzigen Komödien-Juwel dreht Autor Florian Zeller kräftig an der Chaos-Schraube. Und wenn man denkt, schlimmer könnte es für Michel gar nicht kommen, legt Zeller noch einen Zahn zu (und dann noch einen). Die irrwitzig turbulente, amüsante und mit souveräner Virtuosität geschriebene Katastrophen-Komödie ist wie der Welterfolg „Die Wahrheit“ Unterhaltung in bester französischer Tradition.