Entartete Kunst – Der Fall Cornelius Gurlitt

Schauspiel von Ronald Harwood

Ein älterer Herr namens Cornelius Gurlitt fällt dem bayerischen Zoll bei der Einreise von der Schweiz nach Deutschland auf. Routinemäßige Ermittlungen ergeben, dass er nie einer Arbeit nachgegangen ist, keinerlei Einkünfte besitzt und auch noch nie im Leben Steuern bezahlt hat. Dafür nennt er eine von seinem Vater, einem von den Nationalsozialisten mit der Einziehung sogenannter „Entarteter“ Kunst beauftragten Experten, geerbte Sammlung moderner Kunst sein eigen. Die Werke galten seit Ende des 2. Weltkriegs als verschollen. Geschätzter Wert: eine Milliarde Euro. Eine Sensation! Die Frage ist nur: Wem gehören die Kunstschätze wirklich? Und was passiert mit dem alten Mann, wenn man ihm seine Bilder, die für ihn so etwas wie seine Familie sind, wegnimmt?

Autor Ronald Harwood („Der Pianist“, „Quartett“, „Taking Sides: Der Fall Wilhelm Furtwängler“,  „Kollaboration“) schreibt über das reale Vorbild seiner Hauptfigur: „Cornelius Gurlitt war ein ausgesprochen seltsamer Mensch. Er war wie ein Kind, wie jemand, der nie erwachsen geworden ist. Er lebte in der Vergangenheit. Er fühlte sich verloren ohne seinen Vater. All diese Bilder, die er von ihm bekam, waren seine Ersatzfamilie, er sprach sogar mit ihnen. Ich glaube, er hatte kein Unrechtsbewusstsein. Aber jetzt beginnt der Spaß ja erst: Denn wem gehören die Werke?“ (Zitiert nach Katharina Wenzel, rbb-online.de, 01.10.2015)

Burgschauspieler Udo Samel ist zum ersten Mal auf Tournee, Anika Mauer und Boris Aljinović begeisterten uns zuletzt im Herbst 2016 mit „Unwiderstehlich“.