Der ewige Gatte

Psychokrimi nach der gleichnamigen Erzählung von Fjodor M. Dostojewskij

Alexej Iwanowitsch Weltschaninow, auf den Hund gekommener Lebemann in den besten Jahren, bekommt verhängnisvollen Besuch aus seiner Vergangenheit: Der kauzige Provinzbeamte Pawel Pawlowitsch Trussotzki trägt Trauer, denn seine Gattin Natalja ist gerade verstorben. Trussotzki hat ein Mädchen bei sich, das er liebevoll Tochter nennt und trotzdem schlecht behandelt. Und: Dieses Mädchen wurde dem Ehepaar keine neun Monate nach Weltschaninows Abreise geschenkt ...
Ein Duell entspinnt sich: Der cholerische Hypochonder gegen den bösen Clown, der arrogante Hauptstädter gegen den bauernschlauen Provinzler, der ewige Liebhaber gegen den ewigen Gatten.
Dostojewski, ein Meister der Charakterzeichnung und der pointierten Dialoge, schuf mit seiner 1870 erschienenen Erzählung „Der ewige Gatte“ einen Klassiker der Spannungsliteratur. Sein Thema ist die Zerstörungskraft der Egozentrik: Durch keine Moral gebremst, zerstört sie die Schwächeren, zumeist die Kinder. Das Duell der beiden selbstherrlichen, eifersüchtigen Männer dient hier als Parabel – und entlarvt die Protagonisten in ihrer ganzen Lächerlichkeit.
Die Novelle „Der ewige Gatte“ ist ein Werk des „reiferen“ Dostojewski. Sie entstand zwischen seinen Romanen „Der Idiot“ (1868) und „Die Dämonen“ (1872) und erschien 1870 in zwei Folgen in der Zeitschrift „Zarja“. Voll des Lobes für diesen Text waren und sind nicht nur die Literaturkritiker und Philologen, sondern v. a. auch Schriftsteller wie Marcel Schwob oder André Gide. „Der ewige Gatte“ soll sogar Henry Millers Lieblingstext von Dostojewski gewesen sein.