Vater

Tragikomödie von Florian Zeller

Der 80-jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert Anne für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Verlöschen ist ...
Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Die Zuschauer erleben die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Perspektive des 80-Jährigen. Dadurch fühlen wir mit der Hauptperson dieselben Momente des Glücks, teilen mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfahren die unbegreifbare Veränderung von Personen und Dingen und wie sie immer weniger unterscheiden kann: Was ist Realität, was Wahn- oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee? Das klingt nach einem deprimierenden Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert auch das Lachen. Die komische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson.

Ausgezeichnet mit dem Prix Molière 2014 als BESTES STÜCK.

Ursprünglich war Peter Striebeck für die Rolle des André vorgesehen, er kann aus gesundheitlichen Gründen leider nicht spielen - die Hauptrolle übernommen hat Ernst Wilhelm Lenik.