Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung

Schauspiel von Dieter Forte

„Die Verkleidungen wechseln, die Machtstrukturen bleiben die gleichen.“ (Dieter Forte)
Es geht um Menschen im Netz der Macht. Es geht um wechselnde Allianzen und die Verflechtungen von Kirche, Politik und Wirtschaft zur Zeit der Reformation. In spannenden Handlungssträngen stellt Forte Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger der Epoche gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele (miss-)brauchen. Drahtzieher im Hintergrund ist Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle eher mehr als weniger verstrickt sind.
Die Aktualität der Originaltexte, welche Dieter Forte in seinem Dokumentardrama verwendet, ist in Bezug auf die Mechanismen der Macht und die durch Global Player angetriebene Verquickung von Wirtschaft und Politik frappierend.
„Das Stück spielt von 1514 bis 1525. Dass die Bezüge auf unsere Zeit so klar und unübersehbar sind, hat mich selbst überrascht. Es bedurfte keiner Aktualisierung, keiner für das Theater zurechtgebogenen Konfrontation. Es gibt anscheinend Konstellationen, die sich modellhaft wiederholen.“ (Dieter Forte)
Wie „Evita“ und „Vater“ eine Koproduktion mit dem Alten Schauspielhaus Stuttgart, u. a. mit Carsten Klemm, der schon häufig im Stadttheater zu erleben war, z. B. in „Draußen vor der Tür“, „Verbrennungen“ (INTHEGA-Preis),„Der Kaufmann von Venedig“ (INTHEGA-Preis) und „Jenseits von Eden“.