Kyoto mon Amour

Europa trifft auf Japan

Das „heimliche Zentralgestirn in der [...] deutschen Jazzszene“ (DIE ZEIT) Eric Schaefer „hebt die Jazzwelt [abermals] aus so manchen Angeln“ (Süddeutsche Zeitung): Mit „Kyoto mon Amour“ wagt der Schlagzeuger und Komponist den Brückenschlag zwischen westlicher und japanischer Musik. Der Grundstein zu diesem Projekt wurde 2012 bei einem dreimonatigen Studienaufenthalt Schaefers in der alten Kaiserstadt Kyoto gelegt. Intensiv beschäftigte er sich mit der landestypischen Kultur und Musik, war fasziniert und fand schließlich die geeigneten Mitstreiter für eine neue Art Musik, die aus japanischen wie europäischen Blickwinkeln improvisiert wird, und doch etwas ganz Neues ergibt: Etwa, wenn bei „Shoshu-san“ wie in der Kalligraphie Alles auf das Wesentliche reduziert wird, sich alle Farben und Rhythmen der Schönheit der Melodie unterordnen.

Doch nicht nur ruhige, lyrische Stücke finden sich in diesem west-fernöstlichen Diwan. In „Ticket To Osaka“ etwa fängt Schaefer das pulsierende Getriebe der Großstädte ein. Bei „Kansai Two-Face“ trifft eine nostalgische Koto-Melodie auf die sprudelnd vorwärtsstürmenden, von der Rhythmusgruppe angetriebenen Improvisationen der Klarinette – ein Spiegelbild der auf engstem Raum versammelten Gegensätze der japanischen Gegenwart zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen Schlichtheit und Reichtum.